Solingen, 10.9.2025. Der aktuelle Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft und die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2025“ sind nicht die ersten Weckrufe im Hinblick auf die fortschreitende Bildungsmisere. Sie legen – passenderweise im Vorfeld des Tags der deutschen Sprache am 13.9. – nochmals dramatisch offen, wie es auch um die Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler steht. Dabei stehen viele Lösungsangebote bereit: durch die Gelder des Bildungs- und Teilhabepakets und die Ressourcen der privatwirtschaftlichen Nachhilfe. Der VNN Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e. V. appelliert daher an die Akteure von Bildung und Politik, jetzt gemeinsam Lösungen anzugehen und den Kindern zu helfen, um die Abwärtsspirale zu bremsen.
„Bildungspolitiker und Bildungspraktiker müssen gemeinsam alles unternehmen, um die Abwärtsspirale zu stoppen“, bringt Patrick Nadler, Vorstandsvorsitzender des VNN Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e. V., die Forderung auf den Punkt. Aus praktischer Erfahrung weiß er: Die oft bildungsfernen Elternhäuser sind überfordert, da auch hier die erforderliche Sprachkompetenz fehlt. Daher dürften Aufgaben nicht auf die Elternhäuser abgewälzt werden. Vielmehr müssen Bildungspolitik und Bildungspraxis gemeinsam aktiv werden.
Das Vorhaben des Bundesbildungsministeriums einer verpflichtenden Sprach- und Entwicklungsdiagnostik für vierjährige Kinder begrüßt er. „Zu diesem frühen Zeitpunkt werden die Weichen gestellt. Jedoch ist es zwingend, dass auf die Diagnostik auch eine schnelle Förderung folgt. Die institutionelle Nachhilfe verfügt über die erforderlichen Ressourcen und stünde bereit, um die Kinder individuell zu fördern.“ Nur so kann es gelingen, dass die Kinder bei der Einschulung über die erforderlichen sprachlichen Kenntnisse verfügen. Außerdem könnten in diesem Rahmen ebenfalls fehlende Kompetenzen gefördert werden, wie Konzentrationsfähigkeit und Methoden des Lernens. Damit würden die Voraussetzungen für eine Beschulung durch die Lehrerinnen und Lehrer geschaffen. Im Hinblick auf die Finanzierung dieser zusätzlichen Fördermaßnahmen verweist er auf das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) der Bundesregierung. Die hierin bereitstehenden Mittel würden bisher nur zu einem knappen Drittel angerufen – ein Versäumnis, für das die Kinder teuer bezahlen.