VNN fordert Umsetzung direkt wirkender Maßnahmen zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler
Die IQB-Bildungstrends waren ein Warnschuss. Die Bildungsministerkonferenz hat ihn gehört und ist nun aktiv geworden. Das Ziel: Allen Schülerinnen und Schülern faire Bildungschancen zu eröffnen. Die Roadmap der Bildungsministerkonferenz liefere jedoch keine Lösungen für die seit Jahren bekannten Probleme, kritisiert der VNN Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e. V. Statt weiterer Steuerungs-, Abstimmungs- und Evaluationsprozesse müssen unverzüglich konkrete Maßnahmen ergriffen werden, die unmittelbar am Lernprozess ansetzen, so der VNN.
„Das Papier der BMK beschreibt wichtige Probleme, liefert aber nicht die richtigen Lösungen. Wir brauchen keine weiteren Steuerungsinstrumente, Zielermittlungen und Forschungen, sondern müssen endlich Maßnahmen ergreifen, die den Schülerinnen und Schülern von heute helfen“, fordert Patrick Nadler, Vorsitzender des VNN. Denn, so Nadler: Die Probleme und ihre Ursachen sind dank verschiedener Studien bekannt. Woran es mangelt, ist die konkrete und gezielte Unterstützung in den Schulen.
Die Mitglieder des VNN sehen täglich, wie groß der Bedarf an individueller Förderung ist. Zwar räumen auch Bund und Länder beispielsweise dem Erwerb von Kompetenzen in der deutschen Sprache sehr hohe Priorität ein. Statt der Entwicklung neuer Standards und Qualitätskriterien, wie es die Roadmap vorsieht, sollte der Fokus auf die Umsetzung und die gezielte Förderung gelegt werden.
Nadler verweist in dem Zusammenhang auch auf das Startchancen-Programm: „Die Idee des Startchancen-Programms ist großartig. Aber die Umsetzung funktioniert nicht. Die Gelder kommen nicht bei den Kindern an.“ Genau dies sei auch die Gefahr der Roadmap: „Die Roadmap benennt wichtige Probleme. Was die Schulen brauchen, sind konkrete Hilfen im schulischen Alltag.“ Daher appelliert er: „Lassen Sie uns gemeinsam den Kindern und Jugendlichen helfen – jetzt.“