BvL und VNN setzen gemeinsam Zeichen zum Tag der deutschen Sprache

Zum Tag der deutschen Sprache am 12. September betonen der Bundesverband Leseförderung e. V. (BvL) und der VNN Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e. V. die Bedeutung früher Sprach- und Leseförderung für einen erfolgreichen Schulstart. Gute Deutschkenntnisse sind eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass Kinder dem Unterricht folgen, sich aktiv beteiligen und ihre Potenziale entfalten können.

„Die Sprach- und Lesekompetenz der Kinder entscheidet über ihren weiteren Bildungsweg“, erklärt Manuela Hantschel, Vorsitzende des BvL. Patrick Nadler, Vorsitzender des VNN, ergänzt: „Jedes Kind sollte bei der Einschulung ein gutes Sprachfundament besitzen.“

Aktuelle Studien zeigen, wie groß der Handlungsbedarf ist: Laut der letzten Grundschul-Lese-Untersuchung, der IGLU-Studie von 2021, erreicht rund ein Viertel der Viertklässlerinnen und Viertklässler in Deutschland nicht die Mindeststandards im Lesen. Gleichzeitig berichten Schulen zunehmend von Kindern, die mit erheblichen Defiziten in Deutsch eingeschult werden.

„Hinter diesen Zahlen stehen Kinder, die sich anstrengen, aber nicht mitkommen – die sich nicht beteiligen können, weil ihnen die Worte fehlen“, so Nadler. „Das ist eine pädagogische Herausforderung. Damit dürfen wir die Lehrkräfte nicht allein lassen.“

Ein entscheidender Schlüssel, um den Kindern den Zugang zur Sprache zu eröffnen, ist das Vorlesen: „Vorlesen ist weit mehr als eine schöne gemeinsame Zeit – es ist ein Türöffner für Bildung“, betont Hantschel. Niedrigschwellige Angebote und die gezielte Unterstützung der Familien sind dabei entscheidend für den Erfolg. Daher fordert Hantschel, die frühe Sprach- und Leseförderung noch stärker in den Fokus der Bildungspolitik zu rücken und langfristig abzusichern.

„Wer in die Sprach- und Lesekompetenz von Kindern investiert, investiert in die Zukunft unserer Gesellschaft“, so das gemeinsame Fazit der beiden Verbände.