Die Vergabe der Halbjahreszeugnisse in vielen Familien ein kritischer Termin. Zwar haben die Klassenarbeiten im ersten Halbjahr schon deutlich gemacht, wie sich die Leistungen des Kindes entwickeln. Dennoch sind manche Eltern ratlos, wie es angesichts der schlechten Noten weitergehen kann, damit das Kind die Versetzung schafft oder den Übertritt in die gewünschte weiterführende Schule. Daher hat der VNN Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e. V. sechs praktische Tipps zusammengestellt, wie Eltern am besten mit enttäuschten Erwartungen und schlechten Noten umgehen und wie sie ihre Kinder im zweiten Schulhalbjahr gezielt unterstützen können.

„Schulnoten sind lediglich eine Momentaufnahme“, betont Patrick Nadler, Vorsitzender des VNN. Er empfiehlt den Eltern, schlechte Noten als Ansporn zu nehmen: „Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einen Weg, wie das Lernen wieder Freude macht. Dann stellt sich der Erfolg fast von allein ein.“

1. Nicht schimpfen

Auch Kinder sind enttäuscht oder niedergeschlagen, wenn das Zeugnis schlecht ausfällt. Daher sollten Eltern nicht schimpfen oder ihrem Kind Vorwürfe machen. Wichtig ist es dagegen, ihm deutlich zu machen, dass ein schlechtes Zeugnis nichts an ihrem Gefühl für das Kind und dem Eltern-Kind-Verhältnis ändert.

2. Ursachen und Lösungswege ermitteln

In einer ruhigen Atmosphäre sollten die Eltern mit dem Kind über mögliche Gründe für die schlechten Noten sprechen: Liegt es am Stoff, am Tempo, an fehlender Motivation oder an äußeren Faktoren? Eltern sollten zuhören, nachfragen und das Kind einbeziehen in die Entscheidung über die zukünftigen Lernwege.

3. Rücksprache halten

Ein Gespräch mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer kann zusätzliche Impulse liefern – für die Ursachen und mögliche Lösungen.

4. Das Lernen planen

Wichtig für den Erfolg sind realistische Lernziele und ein in die Praxis umsetzbarer Weg dorthin. Das heißt beispielsweise: Wenn das Kind sich in Deutsch von einer Fünf auf eine Vier verbessern will, sollte es jeden Tag 30 Minuten zusätzlich zu den Hausaufgaben üben – am besten zu festgelegten Lernzeiten. Zu prüfen ist auch, ob das Kind Unterstützung beim Lernen braucht und wer es optimal unterstützen kann, damit sich Erfolge einstellen.

5. Anstrengung belohnen

Kinder sollten nicht erst gelobt werden, wenn die Noten sich verbessern, sondern schon dafür, dass sie den Lernplan einhalten, sich anstrengen und sich erste Lernfortschritte zeigen. Das motiviert, steigert das Selbstvertrauen und wirkt sich mittelfristig auch in besseren Noten aus.

6. Lernen an Lebensphase anpassen

Manche Kinder in der Grundschule sind noch sehr verspielt. Daher sollte auch das Lernen spielerisch sein, damit es Freude macht. Bei Viertklässlern ist es wichtig, Ängste vor dem Übertritt zu nehmen. Daher sollten Eltern gelassen bleiben, keinen Druck durch hohe Erwartungen aufbauen und immer im Blick behalten, was das Beste für das Kind ist.

Die Pubertät ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Die meisten jungen Menschen interessieren sich für vieles, nur nicht für die Schule und das Lernen. Druck aufzubauen wäre auch hier der falsche Weg. Die Eltern sollten Interesse zeigen, jederzeit gesprächsbereit sein, aber dem Jugendlichen auch Eigenverantwortung übertragen.