- Bildung und Teilhabe ermöglicht kostenlosen Nachhilfeunterricht für Kinder aus sozial schwachen Familien.
- Abrufquote der Mittel liegt bei nur 28 %.
- Appell zu mehr Nutzung und weniger Bürokratie.
Solingen, 12.8.2025. Der Sozialverband Deutschland fordert kostenfreie Nachhilfe für benachteiligte Kinder. Für Kinder mit Förderbedarf gibt es diese Möglichkeit schon seit Langem. Darauf weist der VNN Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e. V. hin. Das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) der Bundesregierung finanziert Nachhilfe für Kinder aus sozial schwachen Familien. Allerdings werden die bereitstehenden Gelder kaum abgerufen. Hinzu kommt, dass auf Seiten der Behörden Unklarheit über die Kriterien zur Bewilligung herrscht.
Bislang werden nur 28 % der bereitstehenden Mittel abgerufen, so die BuT-Beratung gGmbH. „Viel zu wenige Lehrkräfte und Eltern wissen, dass Kinder dank BuT kostenlose Nachhilfe erhalten können“, erklärt Patrick Nadler, Vorsitzender des VNN. Daher informieren die VNN-Mitglieder vor Ort über diese Möglichkeit, Kindern aus benachteiligten Familien Bildungschancen zu eröffnen.
Mit Blick auf die Behörden weist Nadler darauf hin, dass der Gesetzgeber die Fördervoraussetzungen geändert hat: Das Kriterium ist nicht mehr die Gefährdung der Versetzung, sondern des Lernziels. Das jedoch, so Nadler, ist viel zu wenig bekannt. Außerdem appelliert er: „Ein weiteres Ziel der BuT-Förderung können auch bessere Übergangs- oder Abschlusszeugnisse sein. Denn sie erhöhen die Chance auf eine erfolgreiche schulische und berufliche Laufbahn.“ Außerdem empfiehlt er, nicht zu lange mit dem Beginn der Förderung zu warten: „Je früher die Förderung einsetzt, umso schneller findet das Kind den Anschluss an die Klasse“, weiß Nadler aus praktischer Erfahrung: „Stellen Lehrkräfte oder Eltern fest, dass ein Kind Verständnisschwierigkeiten hat und eine zusätzliche Förderung benötigt, sollten ganz einfach Mittel aus dem BuT abgerufen werden können.“