„Bist du bescheuert, deine Privilegien alle aufzugeben?“ Unter diesem provokanten Titel wurde 2025 das ausführliche Feature von Henrik Rampe in der Wochenzeitung Zeit veröffentlicht. Rampe packt mit dem Thema ein heißes Eisen an. Er beleuchtet, warum einst motivierte Pädagoginnen und Pädagogen aus der Schule aussteigen und legt damit gravierende Schwächen des Systems offen.  Die Jury kürte ihn für diesen mutigen Artikel zum diesjährigen Gewinner des VNN-Journalistenpreises.

Einig war sich die Jury dahingehend, dass Henrik Rampe mit dem Feature ein relevantes Thema aufgegriffen hat: „Wir können nicht immer darüber jammern, dass Lehrkräfte fehlen“, kommentiert Erziehungswissenschaftler und Jury-Mitglied Prof. Dr. Ludwig Haag und ergänzt: „Wir müssen Ursachenforschung betreiben und nach Wegen suchen, hochmotivierten jungen Berufsanfängern Perspektiven zu bieten.“

Für Kerstin Plischke, Mitglied des Vorstands des VNN Bundesverbands Nachhilfe- und Nachmittagsschulen und ebenfalls Jurymitglied, hat Henrik Rampe in jeder Hinsicht Bestnoten verdient: „Der Artikel ist hervorragend recherchiert und beleuchtet anhand zahlreicher Beispiele, wie starr das System Schule ist. Es lässt viel zu wenig Raum zur Entfaltung – weder für die Lehrkräfte noch für die Schülerinnen und Schüler. Dabei ist Lernen ein hochgradig individueller Vorgang.“ Ihr pflichtet die ehemalige Schulleiterin Insa Kampmann bei: „Die Schule muss flexibler werden. Starre Lehrpläne und Strukturen sind nicht mehr zeitgemäß. Sie frustrieren alle Akteure und bremsen Entwicklungen zu einem zeitgemäßen Unterricht aus.“

Auch die Gewinnerin des VNN-Journalistenpreises 2025, Laura Franz, zollt durch ihr Jury-Votum dem Kollegen Respekt: „Der Artikel ist hervorragend geschrieben und zieht den Leser von der ersten Zeile in den Bann.“

Patrick Nadler, Vorsitzender des Vorstands des VNN, gratuliert dem Preisträger und dankt allen anderen Bewerberinnen und Bewerbern: „Wir haben großartige Beiträge von renommierten, überregionalen Medien erhalten. Das freut uns und macht uns stolz.“ Alle, die in diesem Jahr keine Auszeichnung erhalten haben, ermutigt er ausdrücklich, sich auch im nächsten Jahr wieder um den VNN-Journalistenpreis zu bewerben.