Wahlprüfsteine: Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026
Frage 1: Viele Schulen haben nicht die personellen Möglichkeiten, das Startchancen-Programm umzusetzen. Bürokratische Hürden erschweren die Umsetzung zusätzlich. Frage: Was werden Sie verändern, damit die Schulen das Programm gemeinsam mit den externen Partnern einfach umsetzen können?
Das Startchancen-Programm ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Die FDP hat dieses Programm auf Bundesebene mit auf den Weg gebracht, weil wir überzeugt sind, dass Bildungserfolg nicht von der sozialen Herkunft abhängen darf. Dort, wo Kinder unter schwierigeren sozialen Bedingungen aufwachsen, müssen zusätzliche Unterstützung und individuelle Förderung gezielt ankommen. Entscheidend ist allerdings, dass das Programm seine Wirkung auch in der Praxis
entfalten kann. Dafür müssen Schulen die Mittel unkompliziert einsetzen können. Zu häufig scheitern Kooperationen mit externen Partnern an bürokratischen Verfahren oder fehlenden personellen Kapazitäten. Wir wollen Schulen deshalb deutlich mehr organisatorische Eigenverantwortung geben
und sie von Verwaltungsaufgaben entlasten. Gleichzeitig wollen wir die Digitalisierung konsequent vorantreiben. Moderne Verwaltungsstrukturen schaffen Freiräume für das Wesentliche: Guten Unterricht und individuelle Förderung.
Das Startchancen-Programm kann nur erfolgreich sein, wenn Schulen und externe Bildungspartner gut zusammenarbeiten. Da es sich um ein Bundesprogramm handelt, muss der Bund die Rahmenbedingungen so gestalten, dass die Umsetzung vor Ort ohne unnötige Bürokratie möglich ist. Neue Programme dürfen nicht automatisch zu neuen Verwaltungsaufgaben für Schulen führen. Deshalb müssen die Länder mit dem Bund in Gesprächen bleiben und Probleme in der Umsetzung ansprechen. Schulen sollen nach unserer Vorstellung mehr Entscheidungsspielräume erhalten und Fördermittel schneller einsetzen können. Das entspricht unserem Ziel einer modernen und unbürokratischen Verwaltung. Unser Ziel ist, dass Förderprogramme im Bereich Bildung dort ankommen, wo sie wirken sollen: bei den Schülerinnen und Schülern.
–
–
–
–
Frage 2: Gelder zur Förderung der Schülerinnen und Schüler werden vielfach nicht abgerufen, weil auch hier die bürokratischen Hürden hoch sind und die Bewilligung an zusätzliche Vorgaben geknüpft wird, die nicht im Bundesgesetz stehen. Dabei dient BuT dazu, die frühzeitige Förderung zu ermöglichen, um Chancengerechtigkeit zu fördern. Frage: Was werden Sie unternehmen, damit der Nachhilfeunterricht jederzeit durch BuT finanziert wird, wenn die Kinder eine individuelle Förderung benötigen?
Kein Kind darf aufgrund der finanziellen Situation seiner Familie auf Förderung verzichten müssen. Chancengerechtigkeit bedeutet für uns Freie Demokraten, jedem Kind die Mögllchkeit zu geben, sein Potenzial unabhängig vom Elternhaus zu entfalten. Das Bildungs- und Teilhabepaket verfolgt dieses
Ziel. ln der Praxis verhindern jedoch häufig komplizierte Antragsverfahren, unterschiedliche Auslegungen und lange Bearbeitungszeiten eine schnelle Unterstützung. Das möchten wir ändern. Wir setzen uns deshalb für deutlich einfachere, digitale und transparente Verfahren ein. Förderleistungen sollten zügig bewilligt werden, wenn ein individueller Förderbedarf nachvollziehbar festgestellt wurde. Dabei ist für uns entscheidend, dass bürokratische Hürden nicht zulasten der Kinder gehen. Gleichzeitig legen wir Wert darauf, dass öffentliche Mittel wirksam eingesetzt werden. Transparente Qualitätsstandards und eine nachvollziehbare Erfolgskontrolle stärken sowohl das Vertrauen der Familien als auch die Akzeptanz der Förderung.
Wir teilen die Auffassung, dass die Abrufquote der Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket deutlich ausgebaut werden muss. Wir begrüßen daher die angekündigten Maßnahmen auf Bundesebene, die Leistungen leichter zugänglich zu machen und die bürokratischen Hürden abzubauen. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang konkret auf die Möglichkeit der automatischen Leistungsgewährung, z.B. in Form von Sammelabrechnungen über Schulen. Des Weiteren ist die geplante Teilhabe-App zu begrüßen, die u.a. einen unbürokratischen Zugang zu besonderen schulischen Angeboten ermöglichen soll.
–
–
–
–
Frage 3: Schulen müssen viele Herausforderungen meistern – Inklusion, Beschulung von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache oder mit Teilleistungsstörungen. Die Nachhilfeschulen können hier unterstützen, diese Kinder gezielt zu fördern, damit die Lehrerinnen und Lehrer zu entlasten und den Schülerinnen und Schülern zu einem schnelleren Erfolg zu verhelfen. Frage: Wie stehen Sie grundsätzlich zur Zusammenarbeit zwischen Nachhilfeschulen und öffentlichen Schulen?
Wir Freie Demokraten stehen einer engen Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Schulen und qualifizierten Nachhilfeeinrichtungen grundsätzlich positiv gegenüber. Gleichzeitig zeigen die vielfältigen Herausforderungen im Schulalltag, dass individuelle Förderung nicht immer vollständig innerhalb des regulären Unterrichts geleistet werden kann. Externe Bildungsanbieter können hier im Rahmen der Schulautonomie eine sinnvolle Ergänzung sein. Gerade bei Sprachförderung, der
Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Lernrückständen oder besonderen Begabungen sowie bei der Vorbereitung auf Schulabschlüsse verfügen viele Nachhilfeeinrichtungen über wertvolle Erfahrungen und hohe fachliche Kompetenz. Aus unserer Sicht sollte deshalb nicht die Organisationsform im Mittelpunkt stehen, sondern die Qualität der Förderung und der konkrete Nutzen für die Kinder und Jugendlichen. Wir möchten Schulen mehr pädagogische Eigenverantwortung geben. Wenn Schulleitungen gemeinsam mit Lehrkräften feststellen, dass eine Zusammenarbeit mit qualifizierten externen Partnern sinnvoll ist, sollte diese ohne unnötige bürokratische Hürden möglich sein. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schulen, Eltern und außerschulischen Bildungspartnern kann dazu beitragen, individuelle Bildungschancen zu verbessern. Deshalb suchen wir ausdrücklich den Dialog mit dem VNN und anderen Bildungsakteuren.
Wir stehen einer Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Schulen und qualifizierten außerschulischen Bildungsanbietern offen gegenüber. Nachhilfeschulen können mit ihrer Expertise einen wertvollen Beitrag zur individuellen Förderung leisten und Schulen dort unterstützen, wo zusätzliche Angebote sinnvoll sind. Voraussetzung ist, dass die Zusammenarbeit den schulischen Bildungsauftrag ergänzt und sich am Bedarf der Schülerinnen und Schüler orientiert. Ziel muss immer sein, die bestmögliche Förderung der Kinder und Jugendlichen zu erreichen. Wir setzen ausdrücklich auch auf die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern durch Kooperationen mit Unternehmen, Verbänden, Stiftungen und Hochschulen. Diesen Gedanken wollen wir auch auf qualifizierte Bildungsanbieter übertragen, wenn sie die Schulen sinnvoll ergänzen.
–
–
–
Frage 4: Immer mehr Grundschülerinnen und Grundschüler brauchen eine zusätzliche individuelle Förderung neben der Schule, um eine erfolgreiche Schullaufbahn zu beschreiten. Frage: Was werden Sie unternehmen, um diesen Kindern den Zugang zu dieser Förderung durch die Nachhilfeschulen zu erleichtern?
Die Grundschule legt den Grundstein für den weiteren Bildungsweg. Werden Lernschwierigkeiten früh erkannt und gezielt aufgearbeitet, lassen sich spätere Bildungsnachteile häufig vermeiden. Deshalb setzen wir Freie Demokraten auf frühe Diagnostik, individuelle Förderung und passgenaue Unterstützungsangebote, Dabei ist für uns entscheidend, dass sich die Förderung am Bedarf des einzelnen Kindes orientiert. Wir möchten bürokratische Hürden beim Zugang zu Förderleistungen abbauen und den Familien den Zugang zu qualitätsgesicherten Unterstützungsangeboten erleichtern. Schulen sollten dabei eng mit Eltern sowie geeigneten außerschulischen Bildungspartnern zusammenarbeiten können. Langfristig möchten wir die Bildungsqualität insgesamt stärken. Dazu gehören leistungsfähige Schulen, mehr Eigenverantwortung vor Ort, moderne digitale Verwaltungsstrukturen, multiprofessionelle Teams sowie eile Entlastung der Lehrkräfte von bürokratischen Aufgaben. Lehrkräfte sollen möglichst viel Zeit für ihre eigentliche Aufgabe haben: Guten Unterricht und die individuelle Begleitung ihrer Schülerinnen und Schüler.
Unser Ziel ist, dass kein Kind wegen fehlender Unterstützung zurückbleibt. Deshalb stärken wir die individuelle Förderung bereits vor der Einschulung, richten Ressourcen stärker am Bedarf der Schulen aus und wollen Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen gezielt fördern. Wo Schulen zusätzliche Unterstützung benötigen, können qualifizierte außerschulische Bildungsanbieter ein sinnvoller Partner sein.
–
–
–
–
Sie haben Fragen?
Unsere Geschäftsstelle hilft Ihnen bei allen Fragen rund um die Themen Nachhilfe und die Leitung einer Nachhilfeschule.